Projekte Wasserbauten

Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel, Dresden

Auftraggeber:
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Betrieb Oberes Elbtal
Planung:
2005 - 2007
Realisierung:
voraussichtlich ab 2009
Planungsumfänge:

Objektplanung
Tragwerksplanung
Lph 1 bis 4 der HOAI; optional Lph. 5 bis 9, örtl. Bauüberwachung
Hydraulische Berechnung
Vermessung
Baugrundbeurteilung
Beurteilung Altbergbau
Umweltplanung
Betreuung hydraulischer Modellversuch
(in Ingenieurgemeinschaft)


Im Osterzgebirge kam es früher häufig zu katastrophalen Hochwasserereignissen. So führte die Vereinigte Weißeritz während des Augusthochwassers 2002 zur Überschwemmung des Bahnhofs und weiter Teile der Innenstadt Dresdens. Auf Grundlage der landesweit erstellten Hochwasserschutzkonzepte wurde Niederpöbel am Pöbelbach - einem Nebenfluss der Roten Weißeritz - als Standort für ein Hochwasserrückhaltebecken ausgewählt. Das Rückhaltebecken soll die an der Roten Weißeritz gelegenen Gemeinden stromab bis zur Talsperre Malter schützen.

Das Absperrbauwerk des gesteuerten Hochwasserrückhaltebeckens wird als Steinschüttdamm mit bituminöser Kerndichtung konzipiert. Das Becken wird als ein ökologisch durchgängiges Trockenbecken nur während eines Hochwasserer- eignisses größer HQ10 gefüllt. Die im Pöbeltal verlaufende Staatsstraße S183 und auch der Pöbelbach werden mittels Durchlässen von ca. 65 m Länge durch den Damm geführt, die im Hochwasserfall durch Schützen verschlossen werden. Die Hochwasserentlastung (HWE) ist als Hangentlastung mit Sammel- und Schussrinne sowie anschließendem Tosbecken vorgesehen. Als Betriebsauslass dienen 2 Rohre DN 1200 mit Kegelstrahlschiebern am Auslass. HWE und Betriebsauslass wurden in Modellversuchen optimiert.

Genehmigungsverfahren
Die wasserwirtschaftliche und bautechnische Planung wird ergänzt durch die genehmigungsrechtliche Begleitung der Planung im Planfeststellungsverfahren. Der Beckenstandort befindet sich in einem ökologisch hochsensiblen Bereich mit FFH-Gebieten, Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie § 26-Biotopen. Neben der Bestandserfassung und Bewertung der Umweltschutzgüter sind in der raumordnerischen Umweltverträglichkeits- untersuchung die voraussichtlichen Auswirkungen des Vorhabens auf die Umweltschutzgüter gemäß §2 UVPG darzustellen sowie Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung bzw. zum Ausgleich der Eingriffe aufzuzeigen.

Dimensionen Hochwasserrückhaltebecken

  • Rückhaltevolumen: ca. 1,14 Mio m³
  • Dammhöhe über Sohle: ca. 28,5 m
  • Kronenlänge: ca. 185 m
  • Länge / Breite Staufläche: 1,15 km / ~ 140 m
  • Einzugsgebietsgröße: 12,1 km²
  • Regelabgabe bei Hochwasser: 10,9 m³/s
  • max. Abfluss Betriebsauslass über 2 Rohre DN 1200: 22,53 m³/s
  • max. Abfluss bei PMF über die Hochwasserentlastung: ca. 50,35 m³/s