Projekte Wasserbauten

Neubau einer Wasserkraftanlage, Bremen

Auftraggeber:
Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG
Planung:
2007 - 2008
Realisierung:
2008 - 2011
Bausumme:
28 Mio. €
Planungsumfänge:

Entwurfsplanung
Ausführungsplanung (teilweise)
Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vergabe
SiGe-Planung
Beweissicherungskonzept
Örtliche Bauüberwachung


Die Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG plant am Weserwehr Bremen-Hemelingen den Bau einer 10 MW Wasserkraftanlage als Ausleitungskraftwerk. Herzstück der Wasserkraftanlage sind zwei horizontal durchströmte S-Rohrturbinen, die bei einem Durchfluss von bis zu 220 m³/s eine vergütungsfähige Jahresarbeit von ca. 42.000 MWh erzeugen - das entspricht einer Versorgung von ca. 14.000 Haushalten. Eine Besonderheit der Wasserkraftanlage besteht in der aufwändigen Steuerungs- und Regeltechnik, um die tidebedingten Unterwasserschwankungen für eine optimale Energiegewinnung kompensieren zu können. Die Turbinen sind drehzahlvariabel und weisen damit einen überdurchschnittlichen Wirkungsgrad für den Tideeinfluss auf.

Das Gesamtbauwerk erstreckt sich über ca. 250 m entlang des rechten Weserufers. Der Triebwasserkanal ist an der schmalsten Stelle 14 m breit und 8 m tief. Er ist im Gegensatz zum Auslaufbauwerk, der bis zu 30 m breit ist, abgedeckt. Die Bau- gruben werden aufgrund der Baugrundverhältnisse als überschnittene Bohrpfahlwand, die weitgehend als dauerhafte Bauwerkswand fungiert, hergestellt. Das Krafthaus und das Einlaufbauwerk werden in trockenen Baugruben (Unterwasserbetonsohle mit Auftriebssicherung), die anderen Bauteile in nasser Baugrube erstellt. Die Stahlwasserbauteile (Schütze, Rechen, Dammtafeln) gehören ebenfalls zum Planungsumfang. Ein wesentliches Augenmerk während der Planung wurde auf eine umweltverträgliche Lösung gelegt. Dies betrifft insbesondere die Anlagen für den Organismenauf- und abstieg. Die Fischaufstiegsanlage wird als Raugerinne mit Störsteinen ausgeführt. Innovative Neuerungen für den Fischabstieg (integrierte Bypasssystem im Feinrechen) wurden vor dem Hintergrund eines Monitoring-Programms entwickelt. Die Fischabstiegsanlage wird mit der Rechengutschleuse zusammengeführt.