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Preis für Tragwerk des 50Hertz Hauptquartiers
500 dezente Knotenpunkte, die enorme Kräfte bündeln

Inros Lackner wurde für die Tragwerksplanung des 50Hertz Netzquartiers in der Europacity in Berlin im Rahmen des Ingenieurpreises des Deutschen Stahlbaus 2019 ausgezeichnet. Der Neubau ist ein Blickfang, das äußere Erscheinungsbild spiegelt das Innenleben des 50Hertz Netzquartiers wider. Das Bürogebäude für ca. 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das Deutschlandhauptquartier des Konzerns. Der Entwurf des Gebäudes stammt von dem Grazer Architekturbüro LOVE architecture & urbanism. Die netzartige Tragkonstruktion aus stahlummantelten Betonstützen stellte höchste Ansprüche an das Team der Tragwerksplanung. Große Kräfte treffen auf vergleichsweise dezente Knotenpunkte. 500 Knotenpunkte wurden berechnet. „Das kniffligste war ein Knotenpunkt an der Gebäudeecke über dem Eingang auf Höhe der Decke des Erdgeschosses, an dem auch die Träger des Vordachs befestigt sind. Durch die Fassadengeometrie und den damit verbundenen Lastfluss konzentrieren sich enorm viele Kräfte in einem Punkt. Optisch sollte er aber genauso dezent in Erscheinung treten wie alle anderen Knoten“, berichtet Ralph Prüfer, Projektleiter Tragwerksplanung. Bedingt durch die Schrägstellung der Stützen entstanden in der Decke Horizontalkräfte von bis zu 7 000 kN, die in dem Knotenpunkt aufgefangen werden. Das entspricht etwa 714 Tonnen. Ein kleiner Knotenpunkt, der bis zu 4 Blauwale oder 40 Stadtbusse tragen kann.   

Der Preis wird seit 2013 für besonders zukunftsfähige und richtungsweisende Ingenieurleistungen von dem bauforumstahl e.V., der Bundesingenieurkammer und der Fachzeitschrift Stahlbau verliehen.In der Laudatio der Jury heißt es unter anderem: „Die bewusst gewählte unregelmäßige Gestaltung der Außenansicht wurde mit dem gewählten Tragwerk vorbildlich umgesetzt. Die damit verbundene Konstruktion unterschiedlichster Knotenkonstellationen forderte anspruchsvolle Lösungen zur Beherrschung des Kräfteflusses einschließlich der sich daraus ergebenden Lastumlenkungen. Die hohen Anforderungen erstrecken sich von der Detailausbildung in den Anschlusspunkten bis zur lückenlosen Beachtung der Brandschutzanforderungen. Die geschickte Wahl des Tragwerkes rechtfertigt zusammen mit Anwendung moderner Bemessungsmethoden eine besondere Anerkennung dieses Projekts”(bauforumstahl.de).

Inros Lackner hat als Generalfachplaner den mehrfach prämierten Neubau begleitet. Das Gebäude setzt Maßstäbe für moderne und nachhaltige Arbeitswelten. Das Gesamtvorhaben wurde von DGNB und LEED als führende Nachhaltigkeitszertifizierungssysteme, als erstes Gebäude weltweitmit DGNB Diamant und Leed Gold ausgezeichnet.