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Extrameile, die sich lohnt

Neben dem Job ein Studium im Bautenschutz

Lars Altmann, Projektingenieur Bauüberwachung am Standort Rostock

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Was hat Sie dazu motiviert, neben Ihrer Tätigkeit als Projektingenieur ein berufsbegleitendes Studium aufzunehmen, und wie haben Sie sich für Ihren Studiengang entschieden?
Ich habe das große Glück, in meinem Führungskraft auch eine Art Mentor zu haben. Ein Masterabschluss war grundsätzlich ein Ziel von mir, doch die doppelte Belastung – finanziell wie zeitlich – hat mich zunächst abgeschreckt. Jedoch wurde mir, angeregt durch meinen Führungskraft, in beiden Bereichen eine Unterstützung des Arbeitgebers angeboten. Auch ermutigte er mich direkt zu diesem Schritt, was den entscheidenden Anstoß gab.

Der Studiengang Bautenschutz passt perfekt zu meiner beruflichen Ausrichtung. Mit entsprechender Leistung und weiteren Fortbildungen bietet sich mir später, ähnlich wie bei meinem Führungskraft, auch die Möglichkeit, als Sachverständiger tätig zu werden – eine fachliche Weiterentwicklung, die also schon greifbar ist.

Die Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Privatleben – wie gelingt das im Alltag?
Ich bin in der Bauüberwachung tätig. Unsere Arbeit richtet sich sehr stark nach dem Verlauf der Baustelle – in ruhigeren Phasen kann ich mich intensiver dem Studium widmen. Darüber hinaus darf ich einen Teil meiner Arbeitszeit für das Lernen aufwenden. Ob es ohne diese Vereinbarung ginge, weiß ich nicht. Es wäre auf jeden Fall nicht möglich ohne die familiäre Unterstützung und Rücksichtnahme, vor allen in den Prüfungsphasen. Dass ich mein Büro außerhalb der Arbeitszeiten als Lernraum nutzen darf, ist ebenfalls eine größere Hilfe, als ich anfangs dachte. Dennoch müssen so manche Wochenenden mit Büchern, Belegen und Übungen statt Freizeit gefüllt werden. Es ist definitiv eine Mehrbelastung, aber ich hoffe, dass sich diese „Extrameile“ auszahlt.

Welche neuen Perspektiven oder Erkenntnisse aus dem Studium konnten Sie bereits in Ihre tägliche Projektarbeit einbringen?
Das Studium ist wissenschaftlich ausgerichtet und weniger technisch-praktisch – dadurch verändert sich automatisch der Blick auf bestehende Aufgaben. Ich entwickele eine andere Herangehensweise, strukturiert größere Themen besser und kann sie effizienter bearbeiten.

Statt nur technische Regelwerke anzuwenden, lerne ich die dahinterliegenden Prinzipien und Entstehungsmechanismen kennen: Normen, technische Merkblätter, Industrievorgaben.

Das hilft enorm bei der Bewertung von Planungs- und Ausführungsdefiziten und deren Prävention, sodass mangelfreie Werke entstehen können. Aber auch bei entstandenen Problemen ist es wichtig zu verstehen, warum manche Mängel gravierender als andere sind? Was passiert bei der Missachtung bestimmter Vorgaben und Normen? Genau diese Fragen prägen unseren Arbeitsalltag. Das Studium ist für mich deshalb eine sehr sinnvolle und praxisnahe Ergänzung meiner Qualifikationen.